Gedanken
Sonntag, 3. Dezember 2017
#Berufsschule
Erste Woche Berufsschule: grausam. Die Hälfte der Lehrer ist inkompetent. Vor allem die Englischlehrerin, die Unterricht auf Deutsch macht. Echt super! Wenigstens konnte ich am Samstag arbeiten gehen. Nur noch zwei Wochen Schule - zum Glück.
Wenigstens war das Betontod Konzert echt gut! Klein, aber fein ^^
Und die Lesung von Rafik Schami war richtig toll *_*
Weihnachtsgeschenke sind fast alle besorgt, die ersten Plätzchen sind gebacken, und Schnee liegt auch. Ich will, das Weihnachten ist und andererseits nicht, weil es dann ja vorbei wäre. Also irgendwie würde ich gerne immer in dieser Vorweihnachtszeit stecken. Nur ohne Schule eben.

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Donnerstag, 23. November 2017
Buchrezension/15
Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
von John Green

Darum geht's: Aza leider an einer schweren psychischen Krankheit: Sie hat Angst vor den Bakterien in ihrem Körper. Am meisten Angst hat sie, C. difficile zu bekommen. Immer wieder kreisen ihre Gedanken um die Krankheiten, an denen sie leiden könnte, weshalb sie sich die ganze Zeit mit Desinfektionsmittel die Hände wäscht und es manchmal sogar trinkt. Aufgrund ihrer Probleme kann sie auch nicht mit Davis zusammen sein, dessen Vater in einer Nacht und Nebel Aktion verschwunden ist und den sie mit ihrer Freundin Daisy versucht für Davis Bruder zu finden.

Meine Meinung: Das Hauptthema des Buches liegt wirklich auf Azas Gedanken und weniger auf der Liebesgeschichte, was mir sehr gut gefallen hat. Die Gedanken wiederholen sich immer wieder, was aber nicht langweilig war oder genervt hat, sondern dem Leser wirklich noch einmal näher bringt, in welchem Zustand Aza sich befindet. Es gab auch keinen Charakter, den ich unsympathisch oder überflüssig fand. Nur die Star Wars/Star Trek Anekdoten habe ich nicht wirklich verstanden.

In einem Satz: Ein gelungener Einblick in die Psyche eines Menschen, der weiß, dass er Probleme hat und sich etwas ändern muss.

Lieblingszitat: „Es ist seltsam zu wissen, dass man gestört ist und nichts dagegen tun kann, weißt du? Es ist nicht so, dass man sich für normal hält. Mir ist klar, dass da ein Problem ist. Aber ich kann es einfach nicht lösen. Weil man nie wissen kann, verstehst du?“

Bewertung: 1

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Freitag, 17. November 2017
#Don'tHide
Ich war heute mit F. bei einem Treffen für Transsexuelle/Transgender. Ich hab zwar immer Mal wieder mit ihm geschrieben, aber als er mich angerufen hat, hab ich nicht einmal seine Stimme erkannt. Hat mich aber echt gefreut, dass er mich mitnehmen und mir das alles zeigen wollte. Die Leute da waren auch wirklich richtig nett und es war super interessant, mal einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt dieser Menschen zu bekommen. Danach war ich noch bei ihm und wir haben uns wie immer total verquatscht. Ich kann mit ihm halt auch über alles reden ohne dass ich mich unwohl fühle. Das hab ich echt vermisst. Keine Ahnung, wieso, aber ich vertraue ihm einfach zu 100%. War auf jeden Fall ein sehr schöner Abend. Da kann ich auch übersehen, dass die Beste mich schon wieder versetzt hat.

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Sonntag, 12. November 2017
Würde
Wenn ihr wüsstet. Wenn nur ein einziger Mensch von denen, die mir tatsächlich zuhören, wirklich wüsste, wie ich mich fühle, wenn nicht nur zugehört, sondern wirklich verstanden werden würde, wäre ich nicht mehr alleine und würde mich auch nicht so fühlen. Jaja, es ist einfacher einfach alles auf die anderen zu schieben, weil ich mich somit nicht bessern muss. Habt ihr Mal versucht, euch zu bessern? Euch selbst zu heilen von einer Krankheit, die ihr nicht sehen könnt, die nicht immer da ist und die euch gleichzeitig davon überzeugen kann, dass ihr krank seid und es doch nicht seid?
Ich habe mir letztens meinen ersten Pullover aus der Männerabteilung gekauft. Oh, wie böse #IroniePur. Das mag jetzt nach nichts besonderem klingen, für mich war es das aber. Ich mache immer das, was von mir erwartet wird und nachdem ich weiblichen Geschlechts bin, muss ich auch in der Frauenabteilung einkaufen. Das stimmt doch so gar nicht, wir sind total tolerant und so, empören sich alle. Jaja, nur die meisten, die das sagen, sind die, die mich komisch anschauen, wenn ich auch nur einen Männerpullover berühre. Nein, vielleicht habt ihr nichts dagegen, aber im ersten Moment guckt ihr komisch oder zumindest erzählt mir mein Gehirn, dass ihr komisch guckt und versetzt damit meinen ganzen Körper in Alarmbereitschaft, der auch sofort reagiert, das Blut dreimal so schnell durch die Adern pumpt und sämtliche Schweißdrüsen zum Überlaufen bringt. Vielen Dank auch. Ihr seht also, selbst wenn ihr nicht komisch guckt, seid ihr dennoch Schuld, weil ihr mir zumindest das Gefühl gebt, komisch zu sein. Der Pulli ist jedenfalls unglaublich bequem. Seitdem habe ich wieder das Bedürfnis, meine Haare abzuschneiden.
Ich habe gerade das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein. Oder besser gesagt, in die richtige Richtung zu laufen, sodass ich dann doch bald Mal auf den richtigen Weg komme. Ist ja auch gar nicht so einfach, wenn man sich jahrelang im Kreis gedreht hat und von Geburt an keinen Orientierungssinn besitzt. Vielleicht habe ich dieses Gefühl aber auch nur, weil es heute geschneit hat und ich jetzt eine Woche Urlaub vor mir habe. Der erste Schnee trägt irgendwie immer zur Besserung meiner Sicht auf das Leben bei.
Ich weiß gar nicht mehr, was ich euch eigentlich sagen wollte. Egal. Wenn ich ein Mann wäre, würde ich Oscar heißen.

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Montag, 23. Oktober 2017
Vielenig
Manchmal passiert ziemlich viel und ziemlich wenig gleichzeitig in meinem Leben. 24 Stunden passiert etwas und das immer und immer wieder. Gleichzeitig wiederholt es sich aber, also ist es eigentlich doch ziemlich wenig. Ich habe ziemlich viel gearbeitet in letzter Zeit, auch um einfach abgelenkt zu sein. Brauch ich auch. Ich hab sie letztendlich nämlich doch besucht. Und es hat so gut getan, sie wieder zu sehen. Naja und seitdem... Ihr könnt es euch, glaube ich, denken. Was auch immer. Ich hab gesagt, ich lass das jetzt. Nicht noch mehr über sie schreiben, an sie denken- bringt ja doch nichts.
Ich hab mich auch Mal mit der Besten und mit M. getroffen. Mit der Besten wollte ich eigentlich über alles reden, aber sie war kurz davor in den Urlaub zu fahren und dann hab ich ihr stattdessen lieber packen geholfen und so...
In letzter Zeit starre ich mich immer wieder im Spiegel an und frage mich, wer ich eigentlich bin und wer ich sein will. Das Problem ist, dass ich so viele Versionen von mir gleichzeitig sein möchte, um alle glücklich zu machen, dass ich nicht weiß, was ich will. Naja, eigentlich weiß ich es schon im groben. Ich will L. und ich will F. endlich mal wieder sehen und ich will, dass meine Leistung beim Arbeiten anerkannt wird und ich will meiner Familie sagen, dass ich Hilfe brauche. Aber da nichts davon Wirklichkeit werden wird, kaufe ich mir ein Auto und sage mir selbst, dass es immerhin einen kleinen Teil meiner Probleme löst, obwohl das ja gar nicht stimmt, jedoch gibt es mir wenigstens Beschäftigung.
Ich würde so gerne einfach aufhören und gleichzeitig weiß ich, dass ich das nicht kann. Wer würde sonst meiner großen Sis bei der Auswahl einer neuen Kamera helfen? Wer würde meiner kleinen Schwester neue Bücher zum lesen besorgen und ihr in der Schule helfen? Wer würde meiner Mutter unaufgefordert im Haushalt helfen und ihr erklären, wie der Computer funktioniert? Wer würde meinen Vater dazu bringen, endlich die Homepage zu erneuern und mit ihm Motorrad fahren gehen? Wer würde das Haus mit Gitarrenspiel und schiefem Gesang füllen? Vielleicht braucht es das alles gar nicht, aber ich muss mich daran festklammern, weil es ja sonst nichts gibt, was mich hält. Ich hab schon oft gedacht, jetzt reicht meine Kraft nicht mehr, jetzt stürze ich in den Abgrund und überleb das nicht. Aber auch wenn ich nur noch mit einem Finger am Rand hing, hab ich es immer wieder geschafft, mich hochzuziehen. Und ich werde das auch in Zukunft schaffen. Weil es niemanden gibt, der mich festhält. Und weil alle trotzdem damit rechnen, dass ich bleibe. Und weil meine größte Angst ist, sie zu enttäuschen.

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